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Centralstation Darmstadt:
Soziale, ökologische und kulturelle Vielfalt

Das drittälteste E-Werk der Welt, die ehemalige „Centralstation für elektrische Beleuchtung“ aus dem Jahr 1888, speist die Stadt Darmstadt heute nicht mehr mit Strom, sondern mit energiegeladenem Kulturgeschehen.

Die unterschiedlich großen und vielseitig nutzbaren Veranstaltungsräume Halle, Saal und Bar bieten Platz für bis zu 1.000 Besucher*innen. 

Kontinuierlich entwickelt der Kulturbetrieb neue Programmformate oder kooperiert bei stadtweiten Festivals und Schwerpunktthemen. Vielfalt ist nicht nur die Devise bei der Programmgestaltung, sondern auch bei der Umsetzung: Inklusion, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und Diversität werden konsequent mitgedacht.

Das internationale Kulturprogramm reicht von Jazz über Rock, Pop und Neoklassik bis hin zu Literatur, Poetry Slam, Theater sowie Comedy. Ergänzt wird das Angebot durch Bildungsformate und Vorträge sowie spezielle Programme für junge Menschen und Schulen. Konzerte und Theaterstücke für Kinder ab drei Jahren und die ganze Familie sind ebenso Teil des Programms wie die Ü40- und Ü50-Discos für die ältere Generation. Für dieses Konzept wurde die Centralstation mit dem Spielstättenpreis „Applaus“ geehrt.

Durch die Verortung der Centralstation inmitten der Darmstädter Fußgängerzone spielt sie auch im Entwicklungsprozess der Innenstadt eine wichtige Rolle, ihre gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV trägt zum nachhaltigen Konzept bei.

Unsere Themen

Geschichte

Der Ursprung der heutigen Centralstation geht zurück ins 19. Jahrhundert, genauer gesagt ins Jahr 1887: Am 23. Juni beschließt die Stadtverordnetenversammlung einstimmig die Errichtung eines Elektrizitätswerks – und katapultiert mit diesem Beschluss Darmstadt in die Avantgarde der weltweiten Elektrizifierung. An der Schuchardtstraße kauft die Stadt ein 1200 qm großes Grundstück und beginnt mit dem Bau des dritten Elektrizitätswerks der Welt!

Der schnell steigende Strombedarf machte es nach kurzer Zeit notwendig, die Kapazität zu erhöhen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts entstand deshalb eine neue Maschinenhalle mit Kesselhaus – das Gebäude der heutigen Centralstation mit seinem Nachbargebäude im Carree.

1912 wird die HEAG (Hessische Eisenbahn-Aktiengesellschaft) gegründet und übernimmt den Betrieb der beiden Hallen. 1920/21 stellt die HEAG die Stromerzeugung mitten in der Darmstädter Innenstadt ein und nutzt das Gebäude bis 1976 als Schaltwarte. In der Bombennacht vom 11. September 1944, der sogenannten Darmstädter Brandnacht, wird die Dachhaut der Hallen zerstört, Dachbinder und Außenwände bleiben erhalten.

1977 zieht die HEAG nach Kranichstein und die unter Denkmalschutz stehenden Hallen sind leer. Als erste treten 1977 die Darmstädter Jungsozialisten mit einem Vorschlag für die künftige Nutzung der HEAG-Maschinenhalle an die Öffentlichkeit und bringen damit einen Prozess für neue Ideen in Gang. 1980 wird zunächst das Kesselhaus, die „Halle A“, 1988 dann das Maschinenhaus, die „Halle B“ und heutige Centralstation, an die Stadt verkauft.

Von 1994 bis 1995 wird der Komplex im Herzen der Innenstadt zum heutigen Carree umgebaut. Die „Gemeinnützige Betreibergesellschaft City-Kultur mbH“ wird 1996 gegründet, um die kulturelle Nutzung der „Halle B“ zu planen. Am 25. März 1999 öffnet die Centralstation als Kulturwerk offiziell ihre Türen und veranstaltet seither ein vielseitiges Programm auf drei Ebenen im Haus sowie darüber hinaus gemeinsam mit zahlreichen kulturellen Kollaborateur*innen an vielen weiteren Orten der Stadt.

Seit ihrer Eröffnung unterstützt die HEAG Südhessische Energie AG, heute ENTEGA, die Centralstation als Hauptsponsor. Die Centralstation wird zunächst „Kulturwerk der HSE“, 2015 „Kulturwerk der ENTEGA“. Seit 2009 läuft die Centralstation mit Ökostrom. Am 1. April 2014 wird die Centralstation hundertprozentige Tochter des Wissenschafts- und Kongresszentrums darmstadtium und damit der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Geschäfte der neuen Centralstation Veranstaltungs-GmbH führen Meike Heinigk und Lars Wöhler.